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Wo bin ich: Startseite - Klettertouren - Hochkönig (Klettersteig Königsjodler)

Was mir am Klettern gefällt: Man muss überlegen, vorausplanen, die Kraft einteilen ... Es ist dieses taktische Spielen mit den Elementen, das ich über alles liebe, das Annehmen der kalkulierten Risiken, das mich dazu zwingt, mich jedes Mal neu in Frage zu stellen.

Zitat: Catherine Destivelle (französische Alpinistin)

  Hochkönig 2.941 m (Klettersteig Königsjodler), Österreich / Berchtesgadener Alpen

Tour am 01.08.2012

 Allgemeines:

Der Hochkönig ist mit einer Höhe von 2.941 m ü. A. der höchste Gebirgsstock der Berchtesgadener Alpen. Der Hauptgipfel, der ebenfalls Hochkönig heißt, überragt alle Berge im Umkreis von rund 34 Kilometern. Mit einer Schartenhöhe von 2.181 m gehört der Hochkönig zu den geographisch prominentesten Bergen der Alpen, nur übertroffen von Mont Blanc, Großglockner (3.798 m), Finsteraarhorn, Wildspitze und Piz Bernina.

Auf dem Hochköniggipfel steht auf 2.941 m Höhe das Matrashaus, eine Hütte des Österreichischen Touristenklubs. Der Gipfel ist ein Trigonometrischer Punkt erster Ordnung und ein beliebter Startplatz für Drachen- und Paragleiter.

Als Stützpunkte für Bergsteiger dienen daneben die Bertgenhütte (eine Biwakschachtel), die Erichhütte, das Arthurhaus, die Mitterfeldalm und die Ostpreußenhütte.

Am Fuß des Hochkönigs wurde im Raum Mühlbach, südlich des Arthurhauses am Mitterberg, schon seit der Jungsteinzeit von etwa 3000 v. Chr. bis 1977 Kupferbergbau betrieben. Am Ausgang des Blühnbachtals bei Tenneck wurde bis 1960 Eisenerz abgebaut.

Quelle: Wikipedia 2012

 Erstbesteigung:

Der Hochkönig wurde schon früh von einheimischen Jägern erstiegen. Die erste touristische Besteigung des Hauptgipfels erfolgte durch den Theologieprofessor Peter Carl Thurwieser im Jahr 1826 über den heutigen Normalweg durch das Ochsenkar vom Arthurhaus (1.500 m). Kürzer, jedoch körperlich anstrengender als diese leichteste Route auf den Hochkönig, ist der Anstieg vom Birgkarhaus (großer Parkplatz) durch das Birgkar auf die Hochfläche.

Anstiege:

Aufstieg vom Arthurhaus: Die gesamten Höhenmeter summieren sich durch das mehrmalige Auf und Ab auf dem Normalweg vom Arthurhaus (1.500 m) über die Mitterfeldalm auf fast 1.700 Höhenmeter. Vom Arthurhaus (1.500 m) bis zum Matrashaus sind es 10 km Wegstrecke. Die normale Gehzeit (ohne Pausen) beträgt 5-6 Stunden. Bei schönem und sicheren Wetter bietet der Weg keine größeren Schwierigkeiten. Es ist jedoch kein Wanderweg, sondern ein alpiner Steig im Hochgebirge.

Aufstieg von Werfen, Dielalm, Ostpreußenhütte: Bis zum Gasthof Dielalm (1.000 m) führt eine Fahrstraße. Zu Fuß muss man von Werfen bis zur Dielalm etwa 2 bis 2 ½ Stunden rechnen. Vom Gasthaus Dielalm zur Ostpreußenhütte (1.630 m) dauert es ca. 2 Stunden, und von dort zum Matrashaus (2.941 m) weitere 5-6 Stunden. Im Abstieg sind es bis zur Dielalm 4-6 Stunden. Die beiden Normalwege vom Arthurhaus (1.500 m) und von der Dielalm (1.000 m) lassen sich zu einer schönen Überschreitung verbinden.

Aufstieg übers Birgkar: Vom Dientener Sattel gibt es 2 Möglichkeiten um in das Birgkar zu kommen. Einmal über die Erichhütte (1.540 m) zur Hohen Scharte (hier beginnt auch der Klettersteig Königsjodler) und Abstieg ins Birgkar. Oder über die Stegmoosalm östlich um die Taghaube herum. Der Anstieg über das Birgkar schaut nur auf der Karte kürzer aus. Auch bei diesem Weg müssen Sie mit 5-6 Stunden reine Gehzeit rechnen. Das Birgkar ist ein alpiner Steig im Schrofengelände. Schotterbedeckte Felsplatten, auch im August oft noch steile Schneefelder, und große Steinschlaggefahr machen das Birgkar zum gefährlichsten Anstieg auf den Hochkönig. Fast die ganze Strecke befindet man sich im Absturzgelände, deshalb ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich. Wenn auch in manchen Führern so beschrieben, ist das Birgkar kein Klettersteig, deshalb ist eine Klettersteigausrüstung auch keine wirkliche Hilfe.

Aufstieg über den Klettersteig "Königsjodler": Der Klettersteig „Königsjodler" wird als der längste Klettersteig Österreichs beschrieben.
Vom Dientener Sattel bis zum Ausstieg sollten Sie mit 7-9 Stunden rechnen. Eine halbe bis eine Stunde dauert es noch bis zum
Matrashaus (2.941 m). Die Schwierigkeit des Königsjodlers liegt weniger in besonders schwierigen Einzelstellen, als vielmehr in der Länge und der Höhe des Klettersteigs. Der Königsjodler ist keiner der neuen sportlichen Klettersteige, sondern er fordert durch das hochalpine Umfeld mehr den erfahrenen und ausdauernden Klettersteiggeher. Wichtig für den Abstieg: Auf keinen Fall darf man den Abstieg übers Birgkar unterschätzen. Von vielen wird er durch den häufigen Steinschlag und das abschüssige Schroffengelände als der gefährlichste Teil der Tour gesehen. Für den Abstieg über das Birgkar sollten Sie weitere 3-4 Stunden einplanen. Der Abstieg auf dem Normalweg zum Arthurhaus (1.500 m) dauert auch etwa 3-4 Stunden. Vom Arthurhaus zurück  zum Dientener Sattel kommen Sie auf dem Steig Nr.436 in zweieinhalb bis drei Stunden zu Fuß oder mehrmals täglich mit dem Wanderbus.

Aufstieg über Bertgenhütte, Teufelslöcher: Von Hinterthal über Bertgenhütte (1.846 m) und die Teufelslöcher sollten Sie mit 8-10 Stunden rechnen.
Die Bertgenhütte ist eine unbewirtschaftete Biwakschachtel. Sie ist immer offen, hat Decken aber keine Koch- oder Heizmöglichkeit.
Der Steig zu den Teufelslöchern erfordert Trittsicherheit und Schwindelfreiheit und bewegt sich teilweise  im leichten II-er Klettergelände.
Vom Ausstieg an den Teufelslöchern ist der Weg zum
Matrashaus (2.941 m) gut mit Stangen markiert.

Übergang vom Steinernen Meer (Riemannhaus oder Kärlingerhaus): Für den Übergang ins Steinerne Meer braucht man etwa 10-12 Stunden Gehzeit. Die "Schlüsselstelle" des Übergangs ist der Herzogsteig zwischen Matrashaus (2.941 m) und Torscharte.
Auch der Herzogsteig ist ein alpiner Steig. Teilweise erleichtern zwar Drahtseile und eine Leiter die Kletterei, aber Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt erforderlich. Im Frühsommer können Schneefelder auf der Nordseite des Hochsailer Steigeisen notwendig machen.
Die Überschreitung des Hochsailer auf dem Mooshammersteig ist Kletterei bis zum Schwierigkeitsgrad II, und dauert etwa 1-2 Stunden länger als der Herzogsteig. Die Biwakschachtel am Wildalmkircherl ist offen, hat keine Heiz- oder Kochmöglichkeit und auch keine Wasserquelle. Im Frühsommer gibt es manchmal noch Wasser von Schneefeldern.

Aus Erfahrung sollte man mit folgenden Zeiten rechnen:
Matrashaus à 2h  bis 2,5h à Torscharte à 2h bis 2,5h à Brandhorn,
Brandhorn à 1h à Biwachschachtel à 2,5h bis 3h àHochbrunnsulzen,
Hochbrunnsulzen à 2,5h bis 3 h à Riemannhaus (2.177 m) und Kärlingerhaus (1.638 m).

Schwierigkeit Klettersteig Königsjodler:

Obwohl der Steig mit Schwierigkeitsstufe "D" bewertet ist, gehört er aufgrund seiner extremen Länge in großer Höhe zu den schwierigsten Sportklettersteigen der Ostalpen. Die Passagen sind zum Teil sehr ausgesetzt und meist nicht leichter als B/C (nach oben hin zunehmende Schwierigkeiten). Sehr gute Kondition und Erfahrung mit Klettersteigen in diesem Schwierigkeitsgrad sind unbedingt notwendig. Für Anfänger absolut ungeeignet.

 Route:

Dientner Sattel (1.342 m) - Erichhütte (1.540 m) - Klettersteig Königsjodler - Hochkönig Matrashaus (2.941 m) - Birgkar - Erichhütte (1.540 m) - Dientner Sattel (1.342 m)

Anmerkung: meine Gehzeiten mit Pause / Angaben sind immer ca.- Werte

Gehzeiten / Höhenmeter:   Dientner Sattel (1.342 m) - Erichhütte (1.540 m) 0,50 Std. / 198 HM
Gehzeiten / Höhenmeter:   Erichhütte (1.540 m) - Klettersteig Königsjodler (2.310 m) 2,00 Std. / 770 HM
Gehzeiten / Höhenmeter:   Klettersteig Königsjodler (2.310 m) - (2.875 m) 6,0 Std. / 1.700 HM
Gehzeiten / Höhenmeter:   Klettersteig Königsjodler (2.875 m) - Hochkönig / Franz-Eduard-Matrashaus (2.941 m) 0,50 Std. / 66 HM
Gehzeiten / Höhenmeter:    Hochkönig / Franz-Eduard-Matrashaus (2.941 m) - Dientner Sattel (1.342 m) 4,50 Std. / 1.599 HM
Schwierigkeit:    Klettersteig im Schwierigkeitsgrad (D) und 1- (sehr lang und kraftraubend) Kondition: hoch
Ausrüstung:    Grundausrüstung (1) + Klettersteige (3) bei Übernachtung Hütte (2)
Karte:    Alpenvereinskarte 10/2 Hochkönig-Hagengebirge, 1:25.000, Kompass WK 15 Tennengebirge-Hochkönig, 1:50.000
Beste Jahreszeit:    Juli, August, September
Topo Klettersteig Königsjodler hier!

 

 Mein kleiner Tourenbericht

Diese Beschreibung soll nur einen ersten Eindruck vermitteln. Sie ersetzt keinen Bergführer.

Etappe 1: Dientner Sattel (1.342 m) - Erichhütte (1.540 m) - Klettersteig Königsjodler

Endlich ist es soweit. Der Königsjoder-Klettersteig ist für mich in greifbare Nähe gerückt. Nach 3 Jahren habe ich die Zeit gefunden, diese Tour in Angriff zu nehmen. Gestartet wird auf dem Dientner Sattel (1.342 m). Die Parkplatzsuche gestaltet sich schwerer wie gedacht. Das Wetter ist erstklassig, es ist Wochenende und durch die Anfahrt bin ich verhältnismäßig spät dran. Alle Plätze sind belegt, so dass mir nichts anderes übrig bleibt, als am Straßenrand zu parken.

 
  
11:15 Uhr: Start auf dem Parkplatz Dientner Sattel   11:15 Uhr: Der gut ausgebaute Wanderweg Nr. 432.

11:15 Uhr: Ich starte auf dem Parkplatz Dientner Sattel und befinde mich hier schon auf 1.342 Metern Höhe. Die Wanderwege sind bestens ausgeschildert und so folge ich dem Weg Nr. 432 zur Erichhütte (1.540 m). 30 Minuten Gehzeit sind angegeben. Ich habe schon einen gewissen Respekt vor dem Königsjodler und muss die ganze Wegstrecke an die bevorstehende Tour denken. Der Höhenunterschied von 200 Höhenmetern zur Erichhütte sind schnell überwunden. Um 11:45 Uhr erreiche ich die mit Gästen volle Erichhütte, welche sich auf der Terrasse von den Sonnenstrahlen verwöhnen lassen. Nach einem Spezi starte ich gleich weiter Richtung Einstieg des Klettersteigs.

Information: Erichhütte

Die Erichhütte ist eine Schutzhütte des Österreichischen Alpenvereins, Sektion Lend-Dienten in den Berchtesgadener Alpen. Sie liegt auf 1.545 m ü. A. Höhe auf einem Almboden südwestlich unterhalb des Hochkönigs mit schönem Ausblick zu den benachbarten Salzburger Schieferalpen. Die Hütte ist ein beliebtes, leicht erreichbares Ausflugsziel und zugleich für Bergsteiger ein wertvoller Stützpunkt am Hochkönig. Sie ist Ausgangspunkt sowohl für anspruchsvolle Bergtouren und Klettersteige als auch für leichte Höhenwanderungen. Im Sommer wird die Erichhütte durchgehend bewirtschaftet und bietet zur Übernachtung insgesamt 28 Schlafplätze.

Geschichte: Die 1907 erbaute Hütte wurde nach dem Gemeindearzt von Taxenbach, Dr. Erich Schernthaner (1870-1949) benannt, der 1894 bei der Sektionsgründung von Lend-Dienten mitwirkte. Er war vorwiegend beim Hüttenbau beteiligt, leistete Vorarbeit, beschaffte Baumaterial und kümmerte sich um die Durchführung. Außerdem war er finanziell behilflich und bis ins hohe Alter als Sektionsvorstand tätig.

Zugänge:

Übergänge:

Gipfelbesteigungen:

Quelle: Wikipedia 2012

 

12:00 Uhr: Nach einer kleinen Pause auf der Erichhütte (1.540 m) geht es nach 15 Minuten Pause weiter Richtung Klettersteig. Ich verbleibe auf dem Weg Nr. 432, welcher sich immer weiter nach oben schlängelt.

Ich wandere auf dem Wanderweg 432, der mich durch schöne, grüne Wiesen und schroffe Felsspitzen führt. Die Abzweigung zur Taghaube, welche sich knapp oberhalb der Erichhütte (1.540 m) befindet, sowie der Abzweig zur Grandlspitze in ca. 2.080 Metern Höhe, die ich nach einer Stunde erreiche, nehme ich nicht wahr, sondern folge weiter dem Verlauf des Wanderwegs 432 zur Hohen Scharte. Das rauer werdende Gelände mit Schrofen und Schotterrinnen ist jetzt schon sehenswert. Der Kontrast der umliegenden Berge, Zacken und kleinen Gipfel ist etwas ganz besonderes. Heller Fels sticht von grünen Bergwiesen bemerkenswert deutlich ab. Bei der Hohen Scharte angekommen halte ich mich links und erreiche nach ca. 20 Höhenmetern den gut beschilderten Abzweig zum Einstieg des Klettersteigs. Auf 2.310 m erreiche ich nach 950 Höhenmetern den Einstieg zum bekannten "Königsjodler Klettersteig".

 
  
13:55 Uhr: Der Klettersteig ist zum greifen nahe.   14:00 Uhr: Einstieg am "Flower-Tower"

Weitere Fotos sind in meiner Galerie "Hochkönig / Königsjodler"  zu sehen.

Etappe 2: Klettersteig "Königsjodler"

Gleich zum Anfang geht es zur Sache. Die volle Mittagssonne tut ihr übriges. In respektvollem Abstand zur Wand (Steinschlag) lege ich meine Ausrüstung an. Nach einem heftigen Einstieg (Schwierigkeit D) geht es hinauf Richtung Flower Tower, dem ersten Turm. Da ich das Sicherungsseil nach Möglichkeit wirklich nur zur Sicherung und nicht als Handlauf nutze, verbrauche ich auch etwas mehr Zeit. Nach einem flachen Grat (Schwierigkeit B) steige ich in eine Scharte ab (Schwierigkeit B), um anschließend den Mühlberger Turm zu erklimmen (Schwierigkeit B/C). Fast alle Türmchen sind hier mit einem kleinen Schild gekennzeichnet. Nun erreiche ich die Via Mala-Schlucht (Schwierigkeit C/D), die ich mit einem Schritt überwinde, um dann nach einer weiteren Berg-auf-Berg-ab-Aktion den Jungfrauensprung (Schwierigkeit C) zu erreichen. Dieser gilt als eins der vielen Highlights am Königsjodler; hier ist ein weiter Spreizschritt über eine Schlucht gefordert, welcher für Personen über 1,60 m kein Problem ist. Vor oder hinter mir sehe ich keine weiteren Kletterer. Das liegt wohl daran, dass ich ziemlich spät dran bin, was mich nicht weiter beunruhigt. Ausrüstung und Verpflegung habe ich genügend dabei. Über die Porti-Sport-Direttissima, wo ich (Schwierigkeit B/C dann C) wieder aufwärts zum Teufelsturm klettern muss, um natürlich gleich im Anschluss die gewonnenen Höhenmeter wieder steil (Schwierigkeit C dann C/D) abzusteigen und dann mittels Dreiseilbrücke über die Teufelsschlucht (B/C) so in die nächste Wand zu gelangen. Die Dreiseilbrücke lässt sich gut überwinden. Sichern an den oberen Seilen nicht vergessen! Klick das untere Bild an und du kannst die Seilbrücke zwischen den Türmen sehen.

Topo Klettersteig Königsjodler hier!

Nach dem Passieren der Lehner-Traverse (Schwierigkeit C) gefolgt von einem kurzen ungesicherten Abschnitt (Schwierigkeit 1-) steige ich wieder versichert aufwärts (C) und erklettere so einen Grat (B). Steil geht es anschließend in den Sallerriss (C/D) hinunter. Wer nicht ganz in diese tiefe Scharte abklettern will, kann den Flying Fox benutzen, welchen ich natürlich nicht auslasse. Achtung: Es ist KEINE Seilrolle installiert (2012). Mit einer kurzen! Bandschlinge und einem HMS überwinde ich diese Schlucht ohne Probleme und erreiche so die andere Wandseite. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl so viel Luft unter den Beinen zu haben. Da ich alleine bin, niemanden störe und damit keinen Stau verursache, lasse ich mich in der Mitte einfach mal für ein paar Minuten hängen und genieße das Gefühl des Schwebens.

 
  
16:00 Uhr: Der Flying Fox, ca. 20 m gilt es zu überwinden   16:00 Uhr: Abhängen am "Flying Fox"

Wem dieser Übergang nicht zusagt, der kann durch noch tieferes Absteigen in die Scharte diese Passage umgehen (Seilsicherungen vorhanden). Jetzt steige ich steil (Schwierigkeit B dann C) auf das 2.522 m hohe Teufelshörnl. Hier hat man wieder einen glänzenden Überblick der Umgebung und der zurückgelegten Strecke. Über einen schönen Grat (B/C bis C/D) wird im ständigen Auf und Ab die Dientner Schneid (C/D) erreicht, der die luftige Bosch-Promenade (B) folgt. Letztlich noch eine kurze Abkletterstelle (C/D) und ich bin in einer Scharte angekommen, wo auch ein Notabstieg ins Birgkar vorhanden ist. Dieser Notabstieg ist aber nicht zu unterschätzen!

Film - Königsjodler am Hochkönig

Fotos sind in meiner Galerie "Hochkönig / Königsjodler"  zu sehen.

Der Klettersteig ist schon anstrengend, aber aufgrund der Schönheit und der eindrucksvollen Landschaft erfüllt diese Tour Voll und Ganz all meine Erwartungen. Leider bin ich ziemlich spät gestartet, so dass Pausen kurz gehalten werden müssen um nicht doch von der Dunkelheit überrascht zu werden.


  

16:30 Uhr: Der Klettersteig ist ein ständiges Auf & Ab.   19:30 Uhr: Der Ausstieg - Spende erbeten      

Nun steige ich weiter über Schrofengelände (erst A/B, dann 1-) und gelange zum Fuß des Kummetsteins. Es folgt ein langgezogener Aufschwung aufs „Franzls Fantastica“ (erst D, dann C/D) wo ein neuer Aufstieg beginnen kann und mich nach einiger Zeit über einen angenehmen Grat (A/B) auf den Gipfel des 2.772 Meter hohen Kummetsteins bringt. Jetzt merkt man schon den zurückgelegten Weg. Wie so oft geht es wieder abwärts, "Brandner Abfahrt" (erst B/C, dann C) runter in die nächste Scharte. Nach einer Querung muss ich wieder steil hinauf (D) auf den Franz-Eduard-Matras-Kopf. Am Ende werden mir noch ein paar schöne Spreizschritte abverlangt (C). Abschließend erreiche ich über eine kurze Platte (C/D) und einen netten Grat (Schwierigkeit A/B) den Ausstieg am südlichen Hohen Kopf (2.875 m). Es ist geschafft. Zufrieden gönne ich mir hier eine längere Pause um dann um 20:00 Uhr zum Hochkönig mit seiner warmen Hütte aufzusteigen. Natürlich habe ich eine Spende in die Spendenkasse und den Eintrag im Gipfelbuch nicht vergessen.

Eigener Film (Bildershow & Clip) - Königsjodler am Hochkönig


Etappe 3: Klettersteig Königsjodler - Hochkönig (2.941 m) / Franz-Eduard-Matrashaus

Natürlich bietet das Matrashaus am Gipfel des Hochkönigs (2.941 m) die Möglichkeiten einer Übernachtung regelrecht an. Nach einer Pause am Ausstieg des Königjodler-Klettersteigs wandere ich schweren Fußes in östlicher Richtung, zweimal im Auf und Ab, den Trittspuren folgend zur Hütte. Hier komme ich am deutlich gekennzeichneten Steig des Birgkar`s vorbei. Diesen Abstieg habe ich für den nächsten Tag geplant. Auf dem Hochköniggipfel werde ich mit einem fantastischen Ausblick Richtung Venedigergruppe, Großglockner, Watzmann (2.711 m) und Dachstein belohnt. Am Abend geht in der Ferne ein schweres Gewitter nieder, für uns auf der sicheren Hütte ein besonderes Naturschauspiel. Von der Hütte kann die "Übergossene Alm", einem Schnee- und Eisbedeckten Plateaus, bewundert werden.

 
  
20:15 Uhr: Klettersteig-Ausstieg Hohen Kopf (2.875 m)   20:45 Uhr: Franz-Eduard-Matras-Haus

Information: Franz-Eduard-Matras-Haus

Das Franz-Eduard-Matras-Haus ist eine Schutzhütte des Österreichischen Touristenklubs auf dem Gipfel des 2941 m ü. A. hohen Hochkönigs im österreichischen Teil der Berchtesgadener Alpen. Somit zählt das Schutzhaus zu den höchstgelegenen Hütten in den Ostalpen mit einem überwältigenden Panorama bei schönem Wetter. Es ist nicht nur Ziel, sondern auch wichtiger Stützpunkt vieler Bergsteiger, denn auf den Hochkönig führen von allen Seiten sehr lange und anstrengende Wege, die alle gute Kondition und alpine Erfahrung erfordern. An schönen Wochenenden wird das Matrashaus auch im Winter bewirtschaftet, jedoch nur bei sicheren Verhältnissen.

Geschichte: Die erste Hütte auf dem Hochkönig errichteten 1856 Mitterberger Knappen. Treibende Kraft war der damalige Verwalter der Gewerkschaft, Johann Pirchl. Im März 1894 wurde dem Österreichischen Touristenklub die Genehmigung zum Bau eines Schutzhauses erteilt. Es musste allerdings den Namen Kaiser-Jubiläums-Schutzhaus tragen. Am 15. August 1898 wurde das Schutzhaus eröffnet. Der Bau kostete 17.900 Gulden und bot bis zu 25 Personen eine Unterkunft. Franz Eduard Matras rettete das Haus, das auf Geheiß des Thronfolgers Franz Ferdinand von Österreich-Este abgetragen werden sollte, nachdem der Beamte Joseph Szombathy zurücktrat. Matras sprach beim Kaiser vor und fand Gehör. Aus diesem Grund wurde das Haus 1932 auf seinen Namen Franz Eduard Matras (1862–1945) benannt. Am 4. Mai 1982 brannte das Haus bis auf die Grundmauern nieder. Das Feuer wurde zwar entdeckt und auch bekämpft, letztendlich war der Kampf aber aussichtslos und wurde eingestellt. Vorübergehend stellte man eine provisorische Baracke auf und begann anschließend zügig mit der Errichtung eines Neubaus, der bereits am 1. September 1985 eröffnet werden konnte.

Zugänge:

Übergänge:

Sämtliche Übergänge sind vom Matrashaus aus im Abstieg zu bewältigen.

Gipfelbesteigungen:

Quelle: Wikipedia 2012

Sage vom Zufrieren der "Übergossenen Alm"

Nach der Sage lagen am Boden des heutigen flachen Gletschers einst saftige Wiesen und üppige Matten, wo kniehohes Gras wuchs und große Rinderherden weideten. Die Senner und Sennerinnen konnten Unmengen an Milch gewinnen und zeitweise den Käse und die Butter gar nicht mehr wegschaffen. Der reiche Verdienst und das gute Leben machte sie aber übermütig und verführte sie im Laufe der Zeit zu frevelhaftem Tun.

So sollen sie die Hörner der Stiere vergoldet und Kuhglocken aus Silber beschafft haben. Statt Wasser tranken sie zerlassene Butter und bestellten Spitzenweine aus dem Salzburger Stiftskeller. Um bei den nächtelangen Festen mit Jägerburschen besonders schöne Gesichter zu haben, badeten sich die Mägde in der Milch und schütteten den Überfluss weg, waren aber Wanderern gegenüber knausrig. Dann wurde ihr Treiben beendet.

 „Die Wege zwischen ihren Hütten wurden mit runden Käslaiben gepflastert, die Fugen dazwischen mit frischer Butter ausgefüllt, damit, wie sie sagten, der Teufel etwas zu fressen habe, wenn er mit seinen Gesellen bei Nacht herankomme. Die goldgelbe Butter war ihnen gerade recht, Kugeln daraus zu formen und sich im Spiel gegenseitig zu bewerfen, kurz, sie wussten nicht mehr, was sie vor Übermut tun sollten. Sogar klingende Goldstücke warfen sie vor das Haus.“

Als aber einmal ein müder Wanderer auf die Alm kam, der sich vor Mattigkeit kaum mehr fortschleppen konnte und um Imbiss und Obdach bat, da jagten sie ihn mit harten Worten davon. „‚Der Teufel‘, riefen sie, ‚soll dir Obdach geben, wir brauchen keinen ungebetenen Gast.‘“ Und weil der Arme nicht imstande war, rasch genug wieder weiterzuziehen, gerieten sie in Zorn und bedrohten ihn mit Schlägen.

 „Aber nun war das Maß ihrer Übeltaten voll, und die gerechte Strafe sollte die Schändlichen treffen. Kaum hatte sich der Wanderer entfernt, da wälzte sich von den Teufelshörnern her in dunklem, unheimlichem Gewoge ein furchtbares Unwetter heran. Ein grässlicher Sturm erhob sich und schleuderte aus dem schwarzen Gewölk eine wirbelnde Flut von Eis und Schnee auf die zu Tod erschrockenen Frevler herab. Vergebens suchten sie zu flüchten. Der Schneesturm begrub sie mit Hütten und Herden, und über den grünenden Almen lag nunmehr ewiges Eis.“

Und so liegt die einst prächtige Alm noch unter dem Eis, und man nennt die weite, weiße Schüssel zwischen dem gewaltigen Rund der Bergkämme Fläche „Übergossene Alm“.

Quelle: Wikipedia 2012

Etappe 4 - Abstieg: Hochkönig (2.941 m) / Franz-Eduard-Matrashaus -  über Birgkar zur Erichhütte (1.540 m) - Dientner Sattel (1.342 m)

Nach der Hüttenübernachtung im Franz-Eduard-Matrashaus auf 2.941 m genieße ich am Morgen die grandiose Aussicht von diesem fast 3.000 m hohen Gipfel. Jetzt heißt es absteigen und ich gehe wie geplant wieder den Weg zurück in Richtung Königsjodler-Klettersteig, verlasse aber den Pfad (Kennzeichnung) links hinunter in das Birgkar. Ab der Birgkarscharte (2.847 m) geht es unangenehm über bröselige Pfade im sehr steilen Gelände fast parallel zum Königsjodler abwärts. Die Wegstecke ist fast immer ungesichert, daher ist Konzentration gefordert. Der Weg kann als sehr mühsam bezeichnet werden. Es geht über große Schuttfelder steil bergab. Schneefelder halten sich hier, wie in diesem Sommer, hartnäckig. Auf ebenso einem Schneefeld rutschte ich dann auch aus. Eine dünne Schneeschicht lag über einer harten Eisfläche. Stufen treten war nicht möglich, Steigeisen oder Grödel hat man eigentlich bei einer normalen Sommerklettersteigtour nicht dabei. Bei dieser ungewollten Rutschpartie konnte ich mich, bevor ich zu viel Fahrt aufgenommen hätte um mich nicht mehr halten zu können, gerade noch einem raustehenden Felsen fassen. Ich landete auf der falschen Seite, fernab der Wegstrecke. Nicht auszudenken, wenn ich in die fast 3 Meter tiefen Löcher rings um die Felsen oder in die Randkluft an den Seiten des Schneefeldes gestürzt wäre. Wie ich später beobachteten konnte, rutschten auch nachfolgende Wanderer auf diesem Abschnitt aus. Mit viel Mühe und Zeitaufwand musste ich nun noch dieses Schneefeld vorsichtig queren, um die richtige Abstiegsseite zu erreichen. Endlich, auf der anderen, rechten Seite angekommen, stürzte von oben ein Fels von der Größe eines Kleinwagens mit Gepolter 10 Meter an mir vorbei nach unten.

 
  
07:45 Uhr: Die "Übergossene Alm"   08:00 Uhr: Einstieg zum "Birgkar"

Nach diesem Schreck und ziemlich entkräftet musste ich mich nun noch auf losen Schutt bis auf den offiziellen Weg hochmühen. Alles im allen ist das Birkar kein lustiger und einfacher Abstieg. Zusätzlich war es noch einer der wärmsten Tage des Jahres. Ich steige das gesamte Birgkar bis zum sicheren Arnoweg ab, wo ich mich erst einmal erhole. Hier folge ich der Ausschilderung bis zur Erichhütte (1.540 m) wo ich dann noch von einem fürchterlichen Gewitter eingeholt wurde. Die Hütte gab mir Schutz vor den Wassermassen, welche von Oben niedergingen. Nach Stunden mache ich mich dann zum Dientner Sattel (1.342 m) auf, von wo ich dann die Heimreise antrat. Bei späteren Recherchen konnte ich einige Unglücke im Birkar nachlesen. Aus heutiger Sicht würde ich einen der längeren Abstiegswege vom Hochkönig in Betracht ziehen.

 Fazit:

Der Königsjodler-Klettersteig am Hochkönig ist der schwierigste Klettersteig am Hochkönig und der längste Salzburgs. Da man von den Turmgipfeln immer wieder meist sehr steil absteigt um am darauffolgenden Turm wieder aufsteigen zu müssen, werden die 1.700 Klettermeter zur Belastungsprobe. Landschaftlich ist der Steig sehr eindrucksvoll. An schönen Tagen ist das Panorama unschlagbar. Da sich der Klettersteig ganztags in der vollen Sonne befindet, ist genügend Wasser mitzunehmen. Eine Hüttenübernachtung auf dem Matrashaus (1.941 m) ist zu empfehlen. Bei Abstieg über das Birgkar seid vor Schneefeldern und Steinschlag gewarnt. Fast die ganze Strecke befindet man sich im Absturzgelände, deshalb ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit unbedingt erforderlich. Bei Notfällen gestaltet sich die Hilfe mit Hubschrauber äußerst schwierig.

Weitere Fotos sind in meiner Galerie "Hochkönig / Königsjodler"  zu sehen.

meine weiteren Touren in den Berchtesgadener Alpen


 

        ÖAV  

 

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