Startseite  -  Infozelt  -  Bergtouren  -  Klettertouren  -  Forum  -  Movies  -   Gästebuch

Wo bin ich: Startseite - Bergtouren - Säntis (Lisengrat)

Du sollst die Berge nicht durch Rekordsucht entweihen, du sollst ihre Seele suchen!
(10. Gebot seiner 10 Bergsteigergebote)

Zitat: Luis Trenker (Bergsteiger, Schauspieler, Regisseur und Schriftsteller)

  Säntis 2.502 m, Schweiz / Appenzeller Alpen - Tour am 06.07.2013

Allgemeines:

Der Säntis ist mit 2'501,9 m ü. M. der höchste Berg im Alpstein (Ostschweiz). Durch die exponierte, nördlich vorgelagerte Lage des Alpsteins ist der Berg eine von weither sichtbare Landmarke. So gibt es beispielsweise im Schwarzwald Häuser mit dem Namen Säntisblick. Vom Säntisgipfel aus kann man in sechs verschiedene Länder sehen: Schweiz, Deutschland, Österreich, Liechtenstein, Frankreich und Italien.

Der Säntis steht in den nordwestlichen Alpen (Appenzeller Alpen) im Alpstein, knapp 10 km (Luftlinie) süd- südwestlich von Appenzell. Auf dem Säntis treffen drei Kantone zusammen, Appenzell Ausserrhoden (Gemeinde Hundwil), Appenzell Innerrhoden (Bezirk Schwende) und St. Gallen (Gemeinde Wildhaus im Toggenburg). Obwohl sein Gipfel nur 2'502 m über dem Meer liegt, ist er durch die tiefe Abtrennung der Appenzeller Alpen nach seiner Schartenhöhe von 2'021 m an zwölfter Stelle in den Alpen und die Nummer 29 in Europa.

Quelle: Wikipedia 2013

Erstbesteigung:

Der Säntis gehört zu den schon früh bestiegenen Felsbergen, unter anderem zur Jagd. Der Benediktiner-Pater Desiderius Wetter (1702-1751) berichtet in seiner Chronik, dass am 14. Dezember 1680 zwei Geistliche und ein Naturforscher aus Zürich mit einem Führer aus Innerrhoden auf den Säntis stiegen um einen Kometen mit Schweif möglichst auf großer Höhe besichtigen zu können.

Quelle: Wikipedia 2013

Anstiege:

Der Berg ist gut erschlossen: Sein Gipfel ist seit 1935 per Luftseilbahn von der Schwägalp, durch Wanderwege von dort, von Wasserauen, Wildhaus, Unterwasser oder über andere Routen erreichbar.

Lisengrat: Erst von Wasserauen über den Seealpsee und die Meglisalp weiter bis zum Rotsteinpass. Der Lisengrat zwischen dem Rotsteinpass und dem Säntis ist bestens mit Drahtseilen gesichert. Trotzdem ist absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig. Bei Schneelage oder Vereisung ist der Lisengrat gefährlich! Der Abstieg vom Säntis über das Berggasthaus Mesmer hat wieder Wandercharakter, verlangt aber Trittsicherheit.

Schwägalp - Tierwies - Säntis: Wer hoch hinaus will, wählt diese Wanderroute! Als kürzeste Verbindung zwischen Schwägalp und Säntis:  erfordert diese Route einen steilen Aufstieg und schwindelfreie Wanderer! Schwierige Passagen sind stahlseilgesichert. Ab Stütze 2 kann der Säntisgipfel auch via Schwebebahn erreicht werden.

Es gibt weitere bekannte und gut markierte Aufstiege zum Säntisgipfel, darunter:

Die Monate August und September sind am besten geeignet, da die Wege nur dann weitgehend schneefrei sind.

Schwierigkeit:

Bis zum Rotsteinpass Bergwandercharakter. Der Lisengrat ist gut versichert, aber stellenweise sehr ausgesetzt. Entsprechende Erfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind hier Voraussetzung.

Route:

Wasserauen (868 m) - Seealpsee (1.143 m) - Meglisalp (1.517 m) - Rotsteinpass (2.124 m) - Lisengrat - Säntis (2.502 m) - Berggasthaus Mesmer (1.613 m) - Seealpsee (1.143 m) - Wasserauen (868 m)

Anmerkung: meine Gehzeiten ohne Pause / Angaben sind immer ca.- Werte

Gehzeiten / Höhenmeter:   Wasserauen (868 m) - Seealpsee (1.143 m) - Meglisalp (1.517 m) 3,00 Std. / 649 HM
Gehzeiten / Höhenmeter:   Meglisalp (1.517 m) - Rotsteinpass (2.124 m) - Lisengrat - Säntis (2.502 m) 2,50 Std. / 985 HM
Gehzeiten / Höhenmeter:   Säntis (2.502 m) - Berggasthaus Mesmer (1.613 m) 2,00 Std. / 889 HM
Gehzeiten / Höhenmeter:   Berggasthaus Mesmer (1.613 m) - Seealpsee (1.143 m) - Wasserauen (868 m) 1,50 Std. / 745 HM
Schwierigkeit:   Bergtour im Schwierigkeitsgrad (1) Kondition: mittel
Ausrüstung:   Grundausrüstung (1) bei Übernachtung Hütte (2)
Karte:   Kompass WK 112 Appenzell - St.Gallen - Säntis, 1:50.000
Beste Jahreszeit:   Juli, August, September, Oktober - bei Schnee ist abzuraten
Webcam Berggasthof Alter Säntis

 

Mein kleiner Tourenbericht

Diese Beschreibung soll nur einen ersten Eindruck vermitteln. Sie ersetzt keinen Bergführer.

Etappe 1: Wasserauen (868 m) - Meglisalp (1.517 m)

Vor einigen Jahren war ich schon einmal auf dem Säntis und habe leider keine großen Erinnerungen und gar Bilder von der damaligen Tour zurück behalten. Grund genug einen neuen Anlauf zu unternehmen. Eine Route ist schnell gefunden, es soll eine Rundtour natürlich ohne Seilbahnnutzung werden und könnte damit mein Bergtourenjahr 2013 einläuten. Ich fahre in der Nacht den Parkplatz in Wasserauen an, schlafe ein paar Stunden und starte am Morgen mein Vorhaben. Auch eine Übernachtung im Hotel am Parkplatz Wasserauen ist möglich.

 
  
06:00 Uhr: Start auf dem Parkplatz Wasserauen   06:00 Uhr: Viele Wege führen auf den bekannten Säntis.

06:00 Uhr: Start ist auf dem Parkplatz Wasserauen, welcher sich auf ca. 868 Metern Höhe befindet. Ich verlasse den Platz hier in Wasserauen und wandere links am Ende der Bahngleise auf einem breiten Wanderweg über eine Wiese aufwärts in Richtung Meglisalp / Rotsteinpass. Der Ausschilderung zufolge sind bis zur Meglisalp 2,25 Stunden ohne Pause einzuplanen. Nach den ersten Höhenmetern wird der Weg schmaler und steiler. Ich steige immer weiter den gut ausgeschilderten Pfad aufwärts und kann schon nach etwa einer Stunde das breite Tal von oben genießen. Tief unter mir ist der Seealpsee (1.143 m) zu sehen. Der Weg ist ein gut begehbarer, breiter Wanderweg.

Langsam steigen die Wolken und der Nebel nach oben. Ein Schaupiel der besonderen Art. Ich bin hier ganz allein unterwegs. Eine Ruhe, welche auf den anderen, einfacheren, kurzen Routen wohl nicht zu finden ist. Der Sonnenaufgang, welcher mich begleitet gibt den Bergen eine goldene Note. Linker Hand, am Bergrücken komme ich nach ca. 1,5 Stunden an eine kleine Hütte (Schutzhütte Schrennen) vorbei, welche Schutz bei Regen, Dunkelheit und Not bietet. Hier lege ich eine Rast ein.

 
  
07:30 Uhr: Beste Lage: Der Seealpsee (1.143 m)   07:30 Uhr: Für eine Brotzeit bestens geeignet.

Ich gehe weiter auf dem Wanderweg, der mich durch die steile, linke Talflanke führt. Stätig im Blick liegt mein schneebedecktes Ziel: Der Säntis mit seiner markanten Antenne. Etwa 2 ½ Stunden Gehzeit nach Start taucht nach einer Anhöhe die Almsiedlung der Meglisalp auf, dessen Gebäude sich kurz vor dem Talschluss befinden. Ich wandere direkt auf die Siedlung zu und passiere die kleinen Almhütten und das hübsche Kirchlein der Alpe. Es ist ein Bild wie das auf einer Postkarte. Auf der Alm gönne ich mir nun ein ausgiebiges Frühstück und genieße hier ebenfalls die außergewöhnlich, schöne Landschaft.

Fotos sind in meiner Galerie "Säntis"  zu sehen.

Information: Meglisalp

Die Meglisalp ist eine Alpsiedlung im Schweizer Kanton Appenzell Innerrhoden. Sie liegt auf 1.517 m in einer flachen Mulde im Alpsteingebiet östlich des Säntis. Im lokalen Dialekt sagt man [megli'salp]. Die Alp ist schon im Mittelalter belegt (1071 Megelinsalpa, ca. 1280 Megilins alpe). Die Meglisalp ist im Sommer ein beliebtes Ausflugsziel und kann u. a. von Wasserauen über den Seealpsee erreicht werden. Neben einem Bergrestaurant gehört auch eine Kapelle zur Siedlung.

Geschichte: Die Meglisalp wurde nachweislich im Jahre 1071 im Stiftsbrief vom Abt in St.Gallen das erste Mal erwähnt. Schon anno dazumal wurde die Steuer «von einem Zehnten» eingezogen, was beweist, dass die Alp bereits zu jener Zeit landwirtschaftlich genutzt wurde. Der Zugang erfolgte von Brülisau her über den Bötzel.

Im Jahre 1861 baute Josef Anton Dörig «Mattebueb» das erste kleine Gasthaus auf der Meglisalp, begann offiziell mit dem Wirten und löste eines der ersten Wirtepatente im Alpstein.

Zugänge: Auf vorbildlich ausgebauten Bergwanderwegen, in ca. zwei Stunden ab Wasserauen. Verschiedene andere, mehr oder weniger lange Anmarschrouten sind möglich, beispielsweise vom Säntisgipfel her.

Übergänge:

Gipfelbesteigungen:

Kontakt / Homepage: http://www.meglisalp.ch

Sage von der Meglisalp:

Die verzauberte Alp

Vor langer Zeit teilten sich zwei Sennen eine schöne, fruchtbare Alp, hoch über dem Seealpsee am Fuße des Altmanns. Der obere Teil der Alp war steiler und schwerer zu bewirtschaften. Sie gehörte Josua, dem älteren der beiden. Der untere Teil war fruchtbar, denn mittendrin glitzerte ein tiefblauer See, welcher dem Vieh als Tränke diente. Dieser Teil der Alp gehörte Meggelin.

Die beiden Älpler hätten unterschiedlicher nicht sein können. Josua war ein verschlossener, griesgrämiger Einzelgänger, Meggelin dagegen ein fröhlicher, gutmütiger und überall beliebter Mensch. Er war bei den Leuten so beliebt, dass sie ihn eines Tages zu ihrem Landammann wählten. Das war zuviel für Josua. Von Neid und Missgunst getrieben wartete er auf den passenden Moment, Meggelin von der Alp zu vertreiben und dessen Teil an sich zu reißen.

Eines Abends kehrte eine finstere Gestalt in der Alphütte von Josua ein und fragte nach einem Nachtquartier. Dieser bot ihm ein Nachtlager an unter der Bedingung, dass der unheimliche Fremde ihm helfe, Meggelin von seiner Alp zu vertreiben. Der Fremde willigte ein unter der Bedingung, dass er zum Dank dafür die obere Alp bekommen würde. Josua zögerte erst und willigte schließlich in den Handel ein. Der finstere Fremde entfernte sich und sprach einen furchtbaren Fluch aus über Meggelins Alp. Darauf versiegten die wasserreichen Bäche, der See auf Meggelins Alp begann auszutrocknen. Die Quelle auf Josuas Alp sprudelte hingegen nach wie vor, doch versiegte das Wasser genau an der Grenze zu Meggelins Alp zwischen den Steinen, ohne eine Spur zu hinterlassen.

Meggelins Alp verödete, seine Tiere hatten nichts zu fressen und kein Trinkwasser mehr. In seiner Not wandte sich Meggelin an die geheimnisvollen Zwerge, die hinten auf seiner Alp in einer Höhle wohnten. Obwohl kein Mensch mit diesen Wesen etwas zu tun haben wollte, hatte Meggelin sie stets gewähren lassen und ihnen hie und da sogar ein Stück Käse vor die Höhle gelegt. Anfänglich sträubten die Zwerge sich, doch weil Meggelin stets ein freundlicher Nachbar war, willigten sie schließlich ein. In einer klaren Vollmondnacht verzauberten sie Meggelins Alp. Der böse Fluch auf dessen Alp war jedoch so stark, dass die Zwerge selbst mit all ihren Kräften den alten Zustand nicht mehr herstellen konnten.

Der See blieb verschwunden und das Quellwasser von der oberen Alp versickerte nach wie vor, ohne eine Spur zu hinterlassen. Trotzdem waren die Brunnen jeden Morgen wieder voll und die Alp erhielt wie aus unsichtbarer Quelle genug Wasser für Meggelin und sein Vieh. Kurz nach dem geheimnisvollen Zauber der Zwerge erschien die finstere Gestalt bei Josua auf der Alp und wollte ihren Lohn einfordern. Josua dachte nicht daran, seine Alp herzugeben, da der Versuch gescheitert war, Meggelin zu vertreiben. Der unheimliche Fremde rannte wütend davon, den Hang  zum Berg hinauf und ließ einen riesigen Stein auf Josuas Alp hinunter rollen. Der schwere Stein begrub den arglistigen Senn mitsamt seiner Alphütte unter sich. Noch heute steht der gewaltige spitzige Stein an derselben Stelle und gibt der Alp Spitzig Stein ihren Namen.

Meggelin hingegen baute seine gastliche Hütte aus und gelobte, allen Besuchern auf seiner Alp ein aufmerksamer Gastgeber zu sein. Die Zwerge aber wurden vom Tag an nie mehr gesehen und blieben bis heute verschwunden. Nur ihre Höhle, wo sie damals wohnten, kann man noch besichtigen – wenn man sich denn dorthin getraut. Der Zauber der Zwerge hält bis zum heutigen Tage immer noch an. Meggelins Alp, die heute Meglisalp genannt wird, erhält trotz ausgetrocknetem See und gespenstisch versiegendem Quellbach noch heute jederzeit genug Wasser, selbst wenn wochenlang kein Tropfen Regen fällt.

Es soll sogar vorkommen, dass Besucher beim Betreten der Meglisalp den Zauber leise spüren und die Meglisalp selbst heute noch als verzauberte Alp wahrnehmen.

Etappe 2: Meglisalp (1.517 m) - Rotsteinpass (2.124 m)

 

09:45 Uhr: Nach einer ausgiebigen Frühstückspause auf der Meglisalp (1.517 m) geht es weiter Richtung Rotsteinpass (2.124 m). Von der Menglisalp führen viele Wege ab, so dass man auch andere Ziele wählen kann.

 

Direkt vor dem Berggasthaus Meglisalp wende ich mich nach links und folge der Ausschilderung in Richtung Rotsteinpass. 1,5 Stunden Gehzeit sind bis zum Pass angegeben. Die Ausschilderungen und Markierungen sind gut und der Weg nicht zu verfehlen. Über einen schönen Wiesenpfad steige ich den Grashang hinauf und erreiche später den Spitzigstein, einen markanten und gespaltenen Felsblock. Direkt am Felsen befindet sich eine kleine Almhütte. Ich passiere die Hütte und folge dem Weg über saftige, feuchte Wiesen weiter Richtung Rotsteinpass.

Der Pfad zieht nun ohne großen Höhengewinn in ein langes Tal hinein, das rechter Hand von einer grasigen Flanke begrenzt wird. Hier ist noch reichlich Schnee zu finden, welcher aber gut zu begehen ist. Mit Erreichen der Grasflanke schlängelt sich der steiniger werdende Pfad in Serpentinen den Hang hinauf. Vor mir rückt endlich der Rotsteinpass näher, auf dessen linker Seite sich der Altmann, der zweithöchste Gipfel im Alpstein, erhebt. Gut 1 ¼ Stunden nach Passieren der Meglisalp taucht nun auch das graue, schmucke Berggasthaus Rotsteinpass auf.  
  
    11:00 Uhr: Berggasthaus Rotsteinpass

Information: Berggasthaus Rotsteinpass

Bereits im Jahre 1934 wurde das Berggasthaus Rotsteinpass erbaut und der Familienbetrieb wird nun in der 3. Generation von Cäcilia und Albert Wyss-Räss geführt. Das Berggasthaus wurde dreimal erweitert und erneuert, das erste Mal im Jahre 1964, dann 1992/93 und das dritte Mal 2002. Heute bietet der Rotsteinpass 90 Matratzenlager, 2 Doppelzimmer und 1 Viererzimmer. Feines aus der gepflegten Küche genießen Sie in der heimeligen Gaststube.

Zugänge:

Wanderungen:

Kontakt / Homepage: http://www.rotsteinpass.ch/

 

Etappe 3: Rotsteinpass (2.124 m) - Lisengrat - Säntis (2.502 m)

Hinter dem Berggasthof Rotsteinpass wende ich mich nach rechts. Ein Wegweiser gibt die Richtung zum Lisengrat vor und führt mich unmissverständlich in Richtung des klar sichtbaren Gipfels des Säntis. Es geht kaum ansteigend auf einen breiten, grasbedeckten Rücken den scheinbar nahen Gipfel entgegen. Es erwarten mich hier einige kleine Schneefelder, welche aber unbedeutend sind. Wenige Minuten nach dem Start am Rotsteinpass sichte ich die ersten Drahtseilsicherungen. Diese Seile flankieren einen steilen Wanderweg. Gehend, ohne Kraxelei und Schwierigkeiten steige ich zu einem kleinen Felsenkopf hinauf. Rechter Hand fasziniert mich der schöne Ausblick über den Alpstein und natürlich zum schneebedeckten Säntis-Gipfel mit dem blauen Himmel im Hintergrund.

Nach einer kleinen Kammwanderung steige ich nun steil über Stufen zu einem weiteren Köpfl hinauf, welchen ich gegen Ende auf seiner linken Seite queren muss. An dieser Stelle liegt voll der Schnee drin. Dank der Mühe eines Mitarbeiters der tief unter mir liegenden Hütte, wurde eine schmale Passage geschaufelt, welche jetzt gut zu begehen ist. Nach der Querung gehe ich in eine Scharte hinunter und hinterhalb wieder empor. Hier sollte unbedingt Schwindelfreiheit und Trittsicherheit vorhanden sein. Nach einem Durchlass zwischen zwei Felstürmen quere ich ausgesetzt eine Felswand über ein Band. Diese hat einen leichten Klettersteigcharakter. Trittstufen und Drahtseile sind hier gut verbaut worden. Glücklicherweise sind diese schneefrei. Im Anschluss verlasse ich das Band über Stufen und gelange endlich auf einen breiten Gipfelrücken.

 
  
12:50 Uhr: Endspurt über den verschneiten Gipfelgrat   13:30 Uhr: Gipfelfoto auf dem Säntis

Über den schneebedeckten, Grat gehe ich nun seitlich ohne merklichen Höhengewinn dem Gipfel des Säntis entgegen. Eine gute Spur ist dank fleißiger Helfer mittels Schaufel gelegt worden. Nach einer Querung steige ich in einen Sattel hinunter um hinterhalb rechtshaltend zum Berggasthaus Alter Säntis empor zu gehen. Kletterkenntnisse waren beim gesamten Anstieg nicht notwendig. Es ist wieder einmal erstaunlich, was mir in Gipfelnähe an Personen mit Turnschuhen und Kleinkindern begegneten. Unfälle sind darum nicht verwunderlich und treiben so die Statistiken unnötig in die Höhe.

Endlich betrete ich den total verbauten Gipfel des Säntis. Der unglaublich weitreichende Blick, der vom Bodensee über die Bergwelt Vorarlbergs, der schweizer Gipfelprominenz mit den Churfirsten und dem Tödi reicht, bleibt mir heute leider verborgen. Zu spät bin ich hier oben eingetroffen, so dass Nebel und Wolken keine Sicht frei geben. Die Schneefelder und Zwischenstationen mit den tollen Wirtschaften im oberen Bereich haben mich doch zu sehr aufgehalten. Nach einer Pause mit guten Essen, beschließe ich den Abstieg über die Schneefelder in Richtung Berggasthof Mesmer.

Fotos sind in meiner Galerie "Säntis"  zu sehen.

Information: Säntis

Geschichte:

Der Name Säntis ist seit dem 9. Jahrhundert schriftlich bezeugt, und zwar als Sambutinus ~ Sambatina ~ Sambiti. Abgeleitet ist er vom früh-rätoromanischen Eigennamen Sambatinus (der am Samstag Geborene), womit zunächst wohl eine am Berghang gelegene Alp bezeichnet wurde. Später wurde der Name auf den Gipfel übertragen und zu Semptis oder Sämptis eingedeutscht.

Der Säntis war in der Helvetischen Republik (1798 bis 1803) Namensgeber des Kantons Säntis.

Der Säntis gehört zu den schon früh bestiegenen Felsbergen, unter anderem zur Jagd. Der Benediktiner-Pater Desiderius Wetter (1702-1751) berichtet in seiner Chronik, dass am 14. Dezember 1680 zwei Geistliche und ein Naturforscher aus Zürich mit einem Führer aus Innerrhoden auf den Säntis stiegen um einen Kometen mit Schweif möglichst auf großer Höhe besichtigen zu können.

Touristische Erschließung:

1802 errichteten Bergfreunde auf dem Gipfel einen Steinmann (Kupferstich von Johann Baptist Isenring und Zeichnung des deutschen Romantikers Albert Weiler). 1842 wurde die erste Schutzhütte – eine Bretterbude mit Ausschank – nahe dem Säntisgipfel auf der windgeschützten Ostseite errichtet. Diese wurde bereits 1846 durch ein solides Gasthaus ersetzt. Um 1850 verpflegten sich dort bei schönem Wetter bereits bis zu hundert Gäste, darunter auch Richard Wagner. Ab 1882 bis zur Fertigstellung der Wetterwarte 1887 diente das Gasthaus auch dem Wetterwart als Unterkunft. Um 1900 erreichten bereits bis zu tausend Gäste pro Tag den Gipfel.

Der Berg ist gut erschlossen: Sein Gipfel ist seit 1935 per Luftseilbahn von der Schwägalp, durch Wanderwege von dort, von Wasserauen, Wildhaus, Unterwasser oder über andere Routen erreichbar.

Wetterstation:

Der internationale Meteorologen-Kongress von Rom 1879 erklärte es als notwendig, auf geeigneten, möglichst frei zugänglichen Bergspitzen Wetterstationen zu errichten. Diesem Wunsch wurde von Schweizer Seite durch die Errichtung der Säntis-Station entsprochen. Die vorgelagerte Position nördlich des Alpenhauptkamms erwies sich als besonders günstig. Eine besondere Herausforderung war das Erstellen der hierzu notwendigen Telegrafenleitung. Die Wetterstation konnte im Herbst 1882 von den Herren Beyer und Saxer in Betrieb genommen werden. Sie fanden zunächst im Säntis-Gasthaus Unterkunft und mussten ihrer Arbeit jeweils nur von Frühling bis Herbst nachkommen. 1887 wurde die in massiver Bauweise erstellte Wetterwarte nahe dem Gipfel fertig. Auf den Gipfel führte ein unterirdisch angelegter, in den Felsen gesprengter Gang. Dies ermöglichte eine ganzjährige Beobachtungstätigkeit.

Eigener Film (Bildershow & Clip) - Bergtour Säntis

Säntisprozess:

Anlass zum erneuten Streit um die Grenzziehung am Säntis gab 1876 eine bundesrätliche Verordnung über die Bannbezirke für die Hochwildjagd. Die Ausserrhoder Regierung bestand auch 1882 beim Bau der meteorologischen Station auf ihren territorialen Ansprüchen. Auch die zwei vom Eidgenössischen topographischen Bureau 1885 erstellten Entwürfe fanden keine Zustimmung. Bei einer Begehung konnten dann aber die St. Galler Vertreter mit ihrer orographischen Argumentation überzeugen. Darauf ergriffen alt Statthalter Johann Martin Meyer aus Herisau und Nationalrat Johann Konrad Sonderegger aus Heiden die Initiative und eine kantonsrätliche Kommission zur Weiterbehandlung der Angelegenheit wurde eingesetzt, die die Angelegenheit vor das Bundesgericht brachte. Dem Kanton Ausserrhoden gelang es anhand alter Karten, das Gericht von der Bedeutung des Säntis als Dreiländerstein zu überzeugen. Am 11. Dezember 1895 entschied das Bundesgericht für den Ausserrhoder Anteil am Berg.

Säntismord:

Im Winter 1922 geschah der so genannte Säntismord, bei dem der Wetterwart Haas und seine Frau Maria Magdalena auf dem Säntis ermordet wurden. Erst das Ausbleiben der Wetterberichte am 21. Februar führte dazu, dass Säntisträger zum Gipfel hochstiegen und die beiden Ermordeten fanden. Der Täter soll der Schustergeselle Gregor Anton Kreuzpointner gewesen sein, welcher sich drei Wochen später in einer Alphütte erhängte. Es ist bis heute unklar, wie es zum Doppelmord kam.

Der Säntismord liegt dem Spielfilm Der Berg von Markus Imhoof zugrunde. Christoph Nix schrieb das Libretto zur Oper Mord auf dem Säntis. Die Uraufführung fand am 4. Juni 2011 in der Panoramahalle der Bergstation statt.

Luftseilbahn Schwägalp - Säntis:

Die erste Luftseilbahn von der Schwägalp auf den Säntis wurde 1933 bis 1935 erstellt. Zuvor waren mehrere Projekte gescheitert, den Säntis von Wasserauen oder Unterwasser aus mit einer Zahnradbahn zu erschließen.

1960 wurden die Kabinen der Seilbahn durch größere Kabinen ersetzt. Zwischen 1968 und 1976 wurde die Seilbahn auf den Säntis komplett neu gebaut. Im Jahr 2000 wurden neue Seilbahnkabinen angeschafft. Die Luftseilbahn Schwägalp–Säntis gehört zu den bestfrequentierten Bergbahnen der Schweiz. Sie hat eine Länge von 2.307 m und überwindet den Höhenunterschied von 1.123 m in zehn Minuten Fahrzeit.

Sendeanlagen auf dem Säntis:

Auf dem Gipfel des Säntis steht der Sender Säntis, ein Grundnetzsender der Swisscom mit einem 123 Meter hohen Sendeturm.

Etappe 4: Abstieg / Säntis (2.502 m) - Berggasthaus Mesmer (1.613 m)

 
  
15:00 Uhr: Abstiegsweg vom Berggasthaus "Alter Säntis"   15:30 Uhr: Fernsicht gleich Null - Weg ist immer zu finden.

Oben, beim Berggasthaus "Alter Säntis" beginnt mein Abstieg nach Wasserauen. Ein gelber Wegweiser "Mesmer/Meglisalp" weißt mir den Weg. 1,5 Stunden bis zum Berggasthaus Mesmer und 3,25 Stunden bis Wasserauen sind hier angegeben. Wieder geht es nun zurück in den Schnee, in welchem ausreichend Trittspuren zu finden sind. Viele Wanderer nutzen diesen Pfad als Aufstiegsweg. So gelange ich hinab in eine karstige Felsszenerie. Die Wolken und der Dunst haben mich schnell eingeholt und behindert so die Sicht in die Ferne. 

Wirkliche Schwierigkeiten bei der Orientierung gibt es nicht. Immer nur abwärts den Trittspuren folgen. Nach 45 Minuten gelange ich oberhalb einer kleinen Hütte an einen Abzweig. Hier wähle ich den linken Weg Richtung "Mesmer" und steige einige Meter zu einem Kammverlauf empor. Jetzt muss ich ein steiles Schneefeld queren. Ein Ausrutschen hätte an dieser Stelle fatale Folgen, da weiter unten eine Steilstufe folgt, bei der man am Stück viele Höhenmeter abwärts vollziehen würde. Vor einem Felsturm führt mich nun der Weg in vielen Kehren einen schottrigen Hang zum Talboden hinunter. Dem Tal folge ich nun nordwärts bis zum Berggasthof Mesmer. Der Schnee wird merklich weniger und das grüne, saftige Gras im grauen Gestein kommt immer häufiger zum Vorschein.

 
  
17:00 Uhr: Tief unter mir. Der Seealpsee (1.143 m)   18:00 Uhr: Seealpsee (1.143 m)

Etappe 5: Abstieg / Berggasthaus Mesmer (1.613 m) - Seealpsee (1.143 m) - Wasserauen (868 m)

Der Berggasthof Mesmer lockt den Wanderer mit seiner aussichtsreichen Terrasse zu einer ausgiebigen Rast. Ich wiederstehe dieser Versuchung und schreite weiter von der Alm steil hinunter zum schon bald sichtbaren Seealpsee. Während des Abstiegs begleitet mich ein rauschender Bach, der sich wagemutig talwärts stürzt.

Am Talboden angelangt, wandere ich vorbei an kleinen Hütten auf guten Weg zum Seealpsee. Am Gasthof lege ich meine letzte Rast auf dieser Tour ein. Anschließend, nach guten Essen geht es innerhalb von 45 Minuten auf einem breiten, unschönen Fahrweg hinunter zu meinen Ausgangspunkt, dem Parkplatz in Wasserauen.

Information: Seealpsee

Allgemeines:

Der Seealpsee ist ein auf 1.143 m liegender See im Alpsteingebiet in der Schweiz und gehört zum Kanton Appenzell Innerrhoden. Die idyllische Lage, das saubere Wasser sowie zwei Berggasthäuser machen den Seealpsee zu einem der beliebtesten Ausflugsziele im Alpsteingebiet. Er ist nach der angrenzenden "Seealp" benannt. Die Erstnennung von 1682 bezeichnet ihn als See Alper See.

Rotfärbung:

Im Juli 2009 und 2010 verfärbte sich der Seealpsee gemäß Untersuchungen der ETH Zürich und der Universitäten Zürich und Kopenhagen aus dem Jahr 2009 durch eine hohe Dichte der Alge Tovellia sanguinea, einer Dinoflagellaten-Art, rot. Diese gedeiht besonders gut in nährstoffarmen Kaltwasserseen in Höhenlagen über 1.000 Meter. Dies ist das erste Auftreten roter Wasserverfärbungen durch Tovellia sanguinea seit den Verfärbungen des Tovelsees bis 1964.

Laut einer Mitteilung vom 14. Juli 2010 des Amtes für Umwelt- und Gewässerschutz im Kanton Appenzell Innerrhoden ist dieser Effekt auf die Bildung eines mit Sauerstoff gesättigten Sediments zurückzuführen. Die Ursache für dessen Bildung ist gemäß Theorie die zunehmende Reinheit des Sees durch die kontinuierlich abnehmenden Nährstoffbelastung. Zur Verifizierung dieser These entnahmen Berufstaucher eines Teams der Universität Konstanz mehrere Analysenproben des Seesediments. Diese Proben werden in den Labors der Universität Konstanz unter Sauerstoff, sowie unter Sauerstoffausschluss bebrütet. Sollte sich bewahrheiten, dass sich Dinoflagellaten unter Sauerstoffzufuhr besser entwickeln, wäre dies ein interessantes Ergebnis, da die Rotalge als Bioindikator für eine optimale Wasserqualität genutzt werden könnte.

Zustiege:

Der Seealpsee ist in etwa 50 Minuten zu Fuß von Wasserauen, der Endhaltestelle der Appenzeller Bahnen, auf einem steilen, asphaltierten Weg zu erreichen. Ein nichtasphaltierter, etwas längerer Wanderweg führt von Wasserauen über die südöstliche Talseite (Hüttentobel) zum Seealpsee. Ein steiler, jedoch sehr schöner Weg führt von der Ebenalp durch eine prähistorische Höhle, vorbei am Wildkirchli zum Gasthaus Aescher, das unter einem steilen Felsabsturz an den Fels gebaut ist. Weiter führt der Weg hinunter zum Seealpsee.

Sonstiges:

Die Aussicht über den Seealpsee Richtung Säntis wird auf den Etiketten der 33cl-Flaschen des Bieres Quöllfrisch dargestellt.

Quelle: Wikipedia 2014

Kontakt / Homepage: http://www.seealpsee.ch/

 Fazit:

Bei dieser Tourenvariante handelt es sich um eine mittelschwere Bergwanderung mit einigen luftigen Stellen, die Schwindelfreiheit verlangen. Der Lisengrat zwischen dem Rotsteinpass und dem Säntis ist mit einem leichten Klettersteig vergleichbar (A), der allerdings ausgesetzte Passagen und Querungen bereithält. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig. Bei Schneelage oder Vereisung ist der Lisengrat gefährlich. Der Säntis selbst ist wie gewohnt mit Seilbahntouristen überfüllt. Hier kommt keine richtige Ruhe auf. Der Abstieg vom Säntis über das Berggasthaus Mesmer hat wieder Bergwandercharakter. Für die Versorgung ist bestens gesorgt, da einige Wirtschaften auf dem Weg liegen.

Fotos sind in meiner Galerie "Säntis"  zu sehen.

meine weiteren Touren in den Appenzeller Alpen

keine


 

       

 

 !!! Wir haben nur die eine Welt !!!

War is no solution.    Give Peace a Chance!

  Blutspendesdienst in Deiner Nähe  

Homepage

Nach oben


nPage.de-Seiten: Mein Buch lesen - rolli0341.de | Carina-Karpatenstreunerin.de.to