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Wo bin ich: Startseite - Infozelt / Basislager - Wandertechnik / Schneefelder überwinden

Expeditionen machten mir auch deshalb so viel Freude, weil ich mich über einige Wochen hinweg ununterbrochen auf ein einziges Ziel konzentrieren und mich alltäglichen Ärgernissen wie Autos, Telefon und Geld entziehen konnte.

Zitat: Kitty Calhoun

Wandertechnik

5 Tipps, wie man Schneefelder flott überwindet

Ob in den Alpen, in Skandinavien oder Neuseeland: Schneefelder halten sich an manchen Orten das ganze Jahr. So kommst Du schnell und sicher hinüber. In jedem Fall gilt es einen Sturz zu vermeiden. Untersuchungen zeigen, dass die Rutschgeschwindigkeit bei einem rund 40 Grad steilen, harten Firnhang bereits 98 Prozent der freien Fallgeschwindigkeit erreicht. Dabei spielt – entgegen der landläufigen Meinung – auch die Art der Bekleidung keine große Rolle. Das heißt, auch Kleidung mit rauer Oberfläche hat kaum Bremswirkung, wenn man auf hartem Firnschnee stürzt oder ausrutscht. Zum Queren sollten zumindest die oberen zehn Zentimeter der Schneedecke aufgeweicht sein, damit man auch wirklich Tritte setzen kann. Dies verdeutlicht, welche fatalen Folgen ein Surz auf einem Schneefeld haben kann.

1. Sauber vorbereiten
Kannst Du bereits vor der Tour absehen, dass unterwegs größere Schneefelder zu überwinden sind, solltest Du Gamaschen und Trekkingstöcke mit breiten Tellern mitnehmen. Führt Deine Tour dazu über steile Pässe oder an steilen Nordhängen entlang, dürfen auch Leichtsteigeisen oder Grödel sowie Handschuhe nicht fehlen. Wenn Du sicher gehen willst, nimmt noch einen Leichtpickel mit. Er erhöht das Rucksackgewicht zwar um rund 300 Gramm, spendet aber Sicherheit im Steilen.

 

2.Richtig routen
Kommst Du auf deiner Tour an ein Schneefeld, prüfe zuerst den Wegverlauf. Kannst Du am anderen Ende des Schneefelds den Weiterweg ausmachen, versuche möglichst ohne Höhenverluste oder Umwege darauf zuzusteuern. Siehst Du Trittspuren im Schnee, solltest Du ihnen nicht blind folgen, sondern stets mit dem anvisierten Weiterweg oder der vermuteten Richtung abgleichen. Nicht selten führen Spuren in die Irre, etwa zu einem Jägerstand oder zu einer Privathütte. Siehst Du weder Weiterweg noch Spur oder Markierung, schafft nur ein Blick in die
Wanderkarte Klarheit.

 

3. Effizient gehen
Schlage ein gleichmäßiges, langsames Tempo ein, bei dem die Trekking­stöcke den Vortrieb spürbar unterstützen. Bei weichem Schnee vorhandene Spuren ausnutzen, bei festem geht es sich neben der Spur oft besser. Wird‘s steil, Steigeisen oder Grödel anlegen und den hangseitigen Stock gegen den Pickel tauschen. Fehlen Eisausrüs­tung und Spur, musst Du Stufen treten: dazu mit der Sohlenspitze nach und nach ebene Flächen in den Schnee kicken, die Stöcke sorgen derweil für sicheren Halt. Ist der Schnee zu fest und lässt sich das Feld nicht umgehen, drehen Sie um!

 

4. Hohlräume meiden
Vor allem bei weichem Schnee steigt die Gefahr, in Hohlräume einzubrechen. Sie bilden sich über Bächen und in der Nähe von Steinen, die aus dem Schnee ragen oder knapp unter der Oberfläche lauern. Bricht man ein, kann das üble Folgen haben! Solche Zonen weiträumig umgehen, dabei Abstand halten.

 

5. Notausrüstung
Ein "Handy" (Euro - Notrufnummer 112, Bergrettung 140), Erste-Hilfe-Paket und Biwaksack können im Falle eines Alpinunfalls zum Überleben der verletzten Person beitragen. Wichtig ist es aber, schon vorher die richtige Entscheidung zu treffen, um kein Risiko eingehen zu müssen.

 

Tipp: Rutscht man auf einem abschüssigen Schneefeld aus, sofort auf den Bauch drehen (Liegestützstellung) und die Hände in den Schnee stützen. Trägt man keine Steigeisen, mit leicht gespreizten Beinen die Fußspitzen aufstellen, sodass sie sich bremsend in den Schnee bohren. Steigeisenträger winkeln die Knie ab und strecken die Füße gen Himmel – andernfalls droht Überschlag.

 

FilmTipp - Verhalten bei einem Sturz im Firn- / Schneefeld

 

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